Schiffbrücke: Erreichbarkeit für Unternehmen essenziell
Pressemitteilung der IHK und HWK Flensburg

Flensburg, 7. Mai 2026/ Umfrageergebnis: 
Zwei von drei Betrieben erwarten bei einer Vollsperrung der Schiffbrücke negative Folgen. Das hat eine Umfrage von IHK und Handwerkskammer ergeben. Grundsätzlich abgelehnt wird eine Umgestaltung, die den Verkehr berücksichtigt, jedoch nicht.

Für einen Großteil der befragten Betriebe ist die Schiffbrücke eine wirtschaftliche Lebensader. Knapp die Hälfte (45 Prozent) ist in besonderer Weise auf die Erreichbarkeit durch Kunden und Gäste mit dem Pkw angewiesen; 42 Prozent der Unternehmen nennen die Erreichbarkeit für ihre Beschäftigten als maßgeblichen Faktor, 40 Prozent sind auf Liefer- und Serviceverkehre angewiesen. Viele Betriebe sind mehrfach betroffen.

Besonders aufschlussreich sind die Antworten zu konkreten verkehrlichen Szenarien: Bei einer vollständigen Sperrung der Schiffbrücke für den Kfz-Verkehr erwarten 67 Prozent der Betriebe negative Auswirkungen – der höchste Wert aller abgefragten Maßnahmen. Auch Einbahnstraßenregelungen stoßen auf breite Ablehnung (61 Prozent). Dagegen werden Maßnahmen, die den Kfz-Verkehr nicht grundsätzlich ausschließen – wie eine Temporeduktion – deutlich moderater bewertet: Nur 36 Prozent erwarten hier negative Folgen.

IHK und HWK sehen in diesen Zahlen keinen Widerspruch zur Debatte über eine attraktivere Aufenthaltsqualität an der Schiffbrücke. Wohl aber einen klaren Auftrag: Eine Umgestaltung des Bereichs muss die Anbindung des Areals sichern. IHK-Hauptgeschäftsführer Björn Ipsen betont: „Betriebe brauchen verlässliche Zugänge für Lieferungen und planbare Wege für ihre Beschäftigten und Kunden. Diese Grundanforderungen an eine funktionsfähige Verkehrsader dürfen durch eine Neugestaltung nicht infrage gestellt, sondern müssen von vornherein mitgedacht werden.“ Dies fordert auch Björn Geertz, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer: „Jede zusätzliche Minute im Stau und jeder Umweg kostet nicht nur Zeit, sondern am Ende auch Geld. Handwerksbetriebe kalkulieren knapp und arbeiten mit festen Zeitfenstern bei Kunden und auf Baustellen. Wenn die Schiffbrücke als Verkehrsachse ausfällt, hat das direkte Folgen für Terminverlässlichkeit, Produktivität und Preise.“

Zur geplanten Umgestaltung des Bereichs Schiffbrücke und Innenhafen haben IHK und Handwerkskammer Flensburg rund 1.800 Unternehmen aus den betroffenen Flensburger Stadtteilen befragt. Über 250 Unternehmen haben geantwortet. IHK und HWK werden die Ergebnisse in die laufende politische und planerische Diskussion einbringen. Beide Kammern stehen für einen konstruktiven Dialog bereit und werden die Interessen der Unternehmen gegenüber Stadt, Verwaltung und Politik weiterhin aktiv vertreten.

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