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Vollversammlung: Kurs halten in bewegten Zeiten

Die Vollversammlung der Handwerkskammer Flensburg trat im Mai zu ihrer 210. Sitzung zusammen. Im Mittelpunkt standen eine Bestandsaufnahme der aktuellen Lage sowie ein klarer politischer Ausblick nach vorn. 

Kostendruck, Fachkräftemangel und eine spürbare Zurückhaltung bei Investitionen: Jörn Arp, Präsident der HWK Flensburg, zeichnete auf der Vollversammlung der Handwerkskammer Flensburg ein Bild des Handwerks, das viele Betriebe aus dem Alltag kennen. Die Lage ist angespannt – nicht zuletzt durch die steigenden Energie- und Materialpreise. Gleichzeitig machte er Mut: Es gebe eine große Leistungsbereitschaft und erste positive Signale, etwa bei Ausbildung und Nachwuchs. „Entscheidend ist jetzt, dass Politik auf Bundes- und Landesebene die richtigen Prioritäten setzt“, betonte Arp. 

Handwerk konsequent stärken 
Es brauche weniger Belastung und mehr Verlässlichkeit – mit Investitionen in Bildung und Infrastruktur sowie deutlich schnelleren Verfahren. Damit Betriebe wieder mit mehr Sicherheit investieren können muss weiter Bürokratie abgebaut, Förderungen praxistauglicher gestaltet und Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigt werden. Zugleich unterstrich der Präsident die Rolle des Handwerks als Stabilitätsanker: als Arbeitgeber, Ausbilder und Umsetzer vor Ort. Wer das Land wirtschaftlich stark und gesellschaftlich stabil halten wolle, müsse das Handwerk konsequent stärken. 

Positionen zur Landtagswahl 2027 beschlossen  
Ein zweiter Schwerpunkt der Vollversammlung war die Abstimmung der Positionen zur Landtagswahl 2027. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt, denn die Wahlprogramme der Parteien entstehen früh und wer seine Erwartungen erst im Wahlkampf formuliert, wird am Ende nicht gehört. Die Positionen spannen einen Bogen über die zentralen Transformationsfelder der kommenden Jahre: Demografie und Fachkräfte, Klima und Energie sowie Digitalisierung. In den Forderungen spiegeln sich konkrete Prioritäten wider – etwa eine verlässliche Finanzierung beruflicher Bildung, ein strukturierter Bürokratieabbau, faire Wettbewerbsbedingungen und die Stärkung der Krisenresilienz.  

Gratulation des neuen Obermeisters 
Auch das Ehrenamt stand im Fokus: Die Metallbauer- und Maschinenbaumechaniker-Innung Rendsburg hat einen neuen Obermeister gewählt. Der Präsident gratulierte André Walter zur Wahl und dankte für die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Das Amt sei „mehr als nur eine Funktion“, so Jörn Arp „es gibt dem Gewerk eine Stimme und stärkt Qualität und Zusammenhalt.“  

Position beziehen 
Die Vollversammlung machte deutlich, dass die Herausforderungen klar gesehen werden und formuliert zugleich konkrete Erwartungen an Politik und Verwaltung. Frühzeitig Position zu beziehen, ist dabei kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung, um mitzusteuern. 

Stella Jung

Stella Jung

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Dr. René  Koch

Dr. René Koch

Leiter Kommunikation, Wirtschaftspolitik und Betriebsberatung

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